Soundcloud-Abschaltung: Bose macht Rückzieher

Foto Bose SoundTouch Lautsprecher

Bose macht einen Rückzieher bei der SoundTouch-Abschaltung. Wie ich bereits berichtet hatte, sollte der Support ursprünglich im Februar 2025 enden. Nach heftiger Kritik aus der Community ändert der Hersteller nun seinen Plan grundlegend – und geht dabei einen für die Branche ungewöhnlichen Weg.

Das Support-Ende wird zunächst auf den 6. Mai 2026 verschoben. Die Lautsprecher bleiben aber weiterhin nutzbar, da Bose einen Modus entwickelt, der ohne Cloud-Verbindung funktioniert. Ein finales App-Update aktiviert Features, die nur das lokale Netzwerk benötigen: Multiroom-Wiedergabe, Lautstärke-Regelung und grundlegende Steuerung bleiben erhalten. Auch Bluetooth, AUX, AirPlay und Spotify Connect funktionieren weiterhin.

Der eigentliche Durchbruch ist aber die Öffnung der Schnittstelle: Bose veröffentlicht die vollständige API-Dokumentation inklusive technischer Spezifikationen für XML und WebSockets. Das ist in der IoT-Welt, wo abgeschaltete Hersteller-Server normalerweise das Todesurteil für cloudbasierte smarte Geräte bedeuten, eine echte Seltenheit.

Für Nutzer bedeutet das: Die Community kann jetzt eigene Steuerungssoftware entwickeln, ohne auf Reverse Engineering oder halbgare Workarounds angewiesen zu sein. Die Hardware lässt sich damit theoretisch unbegrenzt weiterbetreiben, selbst wenn Bose komplett aus dem Bild verschwindet. Smart-Home-Enthusiasten profitieren besonders, da sich die Lautsprecher nun offiziell in Systeme wie Home Assistant oder OpenHAB integrieren lassen.

Die offizielle Dokumentation der Schnittstellen macht die Entwicklung deutlich einfacher und zuverlässiger als die Community-Lösungen, die ich in meinem vorherigen Artikel angedacht hatten. Entwickler müssen nicht mehr die Kommunikationsprotokolle mühsam nachbauen, sondern können direkt auf die offiziellen Spezifikationen zugreifen.

Was nicht mehr geht: Das Durchsuchen von Musikdiensten direkt in der Bose-App. Wer streamen will, nutzt künftig die Original-Apps und überträgt von dort.

Das verbleibende Problem: Ab Mai 2026 erscheinen keine Firmware-Updates mehr. Wer auf Sicherheit achtet, sollte die Lautsprecher in ein separates Netzwerksegment auslagern.

Foto von Thomas Schewe auf flickrCC-BY-NC-ND

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