Deutschland-Stack: ODF für Öffentliche Verwaltung in Deutschland ab 2027 verpflichtend

Deko: Bundesadler im Bundestag, darunter ODF-Logo

Die Bundesregierung hat am 19. März 2026 nach Empfehlung durch den IT-Planungsrat entschieden, das Open Document Format (ODF) als Standard für die gesamte öffentliche Verwaltung verpflichtend vorzuschreiben. Bis zum Jahr 2027 soll der Umstieg vollständig abgeschlossen sein. Damit wird aus dem, was im März 2025 noch als Absichtserklärung formuliert wurde, nun eine verbindliche Vorgabe: Bereits in der 46. Sitzung des IT-Planungsrats hatte dieser mit Beschluss 2025/06 das Standardisierungsboard beauftragt, ODF bis 2027 zum Standard für den Dokumentenaustausch zu machen.

ODF ist ein offener ISO-Standard für Textdokumente, Tabellen und Präsentationen. Anders als proprietäre Formate wie DOCX oder XLSX von Microsoft ist ODF herstellerneutral und kann von einer Vielzahl von Anwendungen gelesen und geschrieben werden – darunter LibreOffice, OpenOffice und weitere Open-Source-Lösungen.

Digitale Souveränität als Ziel

Der Beschluss ist eingebettet in das größere Vorhaben des sogenannten Deutschland-Stacks, einem Rahmenwerk des Bundesministeriums für Digitales und Staatliche Modernisierung. Ziel ist es, die Abhängigkeit der öffentlichen Verwaltung von einzelnen US-amerikanischen Technologiekonzernen wie Microsoft, Google oder Amazon schrittweise zu reduzieren und langfristig mehr digitale Souveränität zu erreichen.

Offene Formate und offene Schnittstellen sind laut IT-Planungsrat ein wichtiger Baustein für diesen Transformationsprozess – nicht zuletzt, um die Interoperabilität zwischen Behörden auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene zu verbessern.

LibreOffice als naheliegende Lösung

Für Behörden, die den Umstieg auf ODF angehen wollen, ist LibreOffice die naheliegendste freie Alternative zu Microsoft Office, es existieren aber auch Online-Lösungen wie CollaboraOffice für kooperative Bearbeitung von Dateien. Die Document Foundation als Herausgeber von LibreOffice hat den Beschluss ausdrücklich begrüßt und betonte die Bedeutung offener Formate als grundlegende Infrastruktur für demokratische und souveräne Verwaltungen.

Ob der Zeitplan bis 2027 realistisch eingehalten werden kann, bleibt abzuwarten, persönlich halte ich den Zeitplan für überambitioniert und kaum realistisch. Verwaltungsstrukturen sind erfahrungsgemäß träge, wenn es um den Wechsel eingefahrener IT-Gewohnheiten geht. Der politische Wille ist jedenfalls nun klar formuliert, das ist zumindest ein Anfang.

Quellen: IT-Planungsrat, Beschluss 2025/06 · [LinuxNews.de]

Bild: Steffen Prößdorf CC BY-SA 4.0

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